Krise und Sühne von Jean-Pierre Martinez

Ein arbeitsloser Schauspieler wird von einer Bank eingestellt, die kurz vor dem Zusammenbruch steht, und entdeckt, dass man ihn als Sündenbock engagiert hat. Doch der Albtraum fängt gerade erst an …
Übersetzung des Authors
Französischer Originaltitel : Crise et Châtiment
Besetzung: Dieses Stück mit 7 Rollen kann auch mit 4, 5 oder 6 Schauspieler:innen gespielt werden, wenn einzelne mehrere Rollen übernehmen.
4 Schauspieler:innen: 1M/3F, 2M/2F
5 Schauspieler:innen: 1M/4F, 2M/3F
6 Schauspieler:innen: 1M/5F, 2M/4F
7 Schauspieler:innen: 1M/6F, 2M/5F
Peça disponibilizada online em junho de 2012.
Criada em Faverolles-sur-Cher, pela Companhia des Balivernes, em 9 de abril de 2013.
Englische Übersetzung: Crisis and Punishment (Übersetzung von Anne-Christine Gasc)
Spanische Übersetzung: Crisis y Castigo (Übersetzung des Authors)
Portugiesische Übersetzung : Crise e Castigo (Übersetzung des Authors)
Czech Übersetzung: Krize a trest (Übersetzung von Jaromír Janeček)
Bulgarische Übersetzung: Криза и наказание (Übersetzung von Michaëla Katsarova)
Krise und Sühne - Das Lied
Englische version
Französische version
Spanische version
Text und Musik: Jean-Pierre Martinez
Diese Lieder können, ohne dass ihre Verwendung verpflichtend ist, im Rahmen einer Inszenierung genutzt werden. Hierfür genügt eine Anfrage beim Autor; zusätzliche Gebühren fallen nicht an.
Die Audiodatei ist auf Anfrage erhältlich, sofern zuvor die Genehmigung des Autors zur Aufführung des Theaterstücks eingeholt wurde.
Link zur Seite des Liedes auf der Website Jean-Pierre Martinez Music
Für alles verantwortlich, an nichts schuld: Wie das kapitalistische System seinen Sündenbock produziert
Krise und Sühne verleiht dem Mechanismus des Sündenbocks die sehr konkrete Form eines Arbeitsvertrags. Ein Schauspieler wird eingestellt, um die Verfehlungen einer Institution zu verkörpern, die auf diese Weise den Zorn gezielt umlenkt: Die eigentlichen Entscheidungsträger bleiben unerreichbar, während ein verfügbarer Körper die Schläge einsteckt. Die wiederholten Konfrontationen verwandeln das Büro in eine Arena und soziale Gewalt in ein groteskes Ritual. Indem Jérôme die ihm aufgezwungene Rolle nach und nach verinnerlicht, zeigt er, wie eine zugeschriebene Identität schließlich genau das Verhalten hervorbringen kann, das sie ursprünglich nur darstellen sollte.
Die Satire nimmt die Bank als verkleinertes Modell eines kapitalistischen Systems, in dem die Verantwortung nach oben wandert, während die Schuld nach unten weitergereicht wird. Die christliche Bildsprache verleiht diesem Krisenmanagement seine eigentliche Opferdimension: Der vorbildliche Angestellte wird zum Märtyrer, damit die Institution ihre Unschuld bewahren kann. Sie versucht weder, ihre Fehler wiedergutzumachen, noch ihre Opfer zu entschädigen; es genügt ihr, jemanden zu bestimmen, der öffentlich dafür büßt. Der abschließende Albtraum legt damit nahe, dass das Absurde keine Anomalie der Wirtschaftswelt ist, sondern zu ihren ganz gewöhnlichen Herrschaftsmethoden gehört.
Wichtigste Aufführungen
- Bulgarien (2023–2024)
- Madrid (Spanien), in Form eines Musical-Comedy (musikalische Leitung: Héctor Perpiñá)
- Argentinien (2022–2023)
- Second Life (Aufführung auf der virtuellen Plattform) am 20. Mai 2022
- Uruguay (2022)
- Ukraine (2020)
- Honduras (2017)
- Zahlreiche Aufführungen in Frankreich: Troupe de la Cité des Sciences et de l’Industrie (2019), École Nationale de Chimie (Montpellier, 2022), Comédie du Sud (L’Isle-sur-la-Sorgue, 2022), Compagnie Do Ré La Cigale (Pertuis, La Roque d’Anthéron, 2023)…




Pressestimmen

Krise und Strafe, inszeniert von Teddy Moskov in Stara Sagora (Bulgarien)
Staatliches Puppentheater Stara Sagora (Кукления театър в Стара Загора) – Premiere am 12. Juli 2023
„Eine Handlung, die heute so aktuell ist“

Moral Teatro lacht über die Finanzkrise mit „Crisis y Castigo“, 27. Januar 2019, Tomelloso, Spanien
Zweiter Tag der XXVI. Lokalen Theaterschau von Tomelloso, mit sehr guter Publikumsbeteiligung: Moral Teatro brachte an diesem Samstag „Crisis y Castigo“ von Jean Pierre Martínez auf die Bühne. Die ausschließlich aus Frauen bestehende Gruppe wählte erneut ein humoristisches Stück – diesmal jedoch einen beißenden Humor mit starkem sozialem Gehalt.




